Rinca Island / Komodo Nationalpark / Indonesien
- Gaby Laubach
- 13. Apr. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Wir besuchen die Komodowarane, die größten Echsen der Welt, die es nur hier gibt. Zu ihrem Schutz und auch der übrigen Flora und Fauna wurde 1980 der Nationalpark gegründet, der die drei größeren Inseln Komodo, Rinca und Padar sowie zahlreiche kleinere Eilande umfasst. Schon morgens bei der Fahrt zu unserem Ankerplatz vor Rinca

überrascht mich der Blick aus meinem Kabinenfenster. Auch bei der Darstellung Indonesiens ist unser guter alter Dierke-Schulatlas vollkommen überfordert. Wir fahren durch eine Inselwelt mit unzähligen Eilanden - winzig kleinen und größeren. Es ist wunderschön!
Zum Nationalpark gehört auch der maritime Bereich. Mit seiner Gründung wurde auch das Dynamitfischen eingestellt und die mit Korallen bedeckte Fläche ist seitdem um 60 % gewachsen. In diesen Gewässern leben ungefähr 1000 Fischarten, 260 Arten von Riffkorallen, 70 verschiedene Schwämme, 17 Wal- und Delfinarten

und zwei verschiedene Meeresschildkröten. An Land leben größere Säugetiere, die asiatischen Ursprungs sind. Es gibt Mähnenhirsche (Hauptbeute der Warane), Wildschweine, Affen, Wasserbüffel und Pferde. Außerdem eine endemische Rattenart.
Der Park wurde ursprünglich zum Schutz der Warane gegründet. Die Warane haben sich schon vor etwa 4 Mio. Jahren entwickelt, wahrscheinlich auf dem australischen Kontinent, von dem sich die Inseln auf denen die Warane leben irgendwann getrennt haben. Die Warane kommen außer im Nationalpark auch noch auf den Inseln Flores und Gili Montang vor. Insgesamt gibt es aktuell ca. 3.000 Exemplare, von den 58 auf Rinca leben. Sie fressen

ausschließlich Fleisch und haben keine natürlichen Feinde. Die männlichen und weiblichen erwachsenen Tiere unterscheiden sich deutlich in Größe und Kopfform. Männliche Exemplare erreichen eine Länge von bis zu 3 Metern, weibliche nur bis zu 2 Meter. Das Geschlecht ist aber erst im Alter von ca. 8 Jahren feststellbar. Mit 10 Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife, die Lebenserwartung liegt bei rund 30 Jahren. De Weibchen legen um die 20 Eier und vergraben sie. Nach ungefähr 8 Monaten schlüpfen die Jungen - der Bruterfolg ist stark vom Klima abhängig. Im Gegensatz zu ihren Eltern haben die Jungtiere schon Fressfeinde - in erster Linie ihre Eltern. Deshalb flüchten sie für die ersten 3-4 Jahre in die Baumkronen, wo sie sich von Vogeleiern und Geckos ernähren und sich nur im äußersten Notfall auf den Boden wagen.
Der Biss der Warane ist tödlich. Zum einen werden Bakterien aus dem Maul übertragen, die zu einer Infektion führen, zum anderen sie Giftdrüsen. Das Gift hemmt die Blutgerinnung, so dass es zu starkem Blutverlust kommt. Die 60 scharfen Reißzähne wachsen 4-5mal nach. Bei einer Mahlzeit kann die Echse bis zu 80 % des eigenen Körpergewichts aufnehmen.
Aufgeteilt in Gruppen von knapp über 20 Personen tendern wir zur Pier am Nationalpark und werden von jeweils 3 Guides durch den gut erschlossenen Park geführt. Wir bekommen umfassende Informationen über die Inseln, den Park und natürlich die Tiere. Schon vom ersten Steg aus können wir einen Blick auf eine Gruppe Wasserbüffel werfen, die in einem Wasserloch ruhen.
Unter dem Steg ruhen auch schon die ersten beiden Warane im Schatten. Sie sind nur schwer zu erkennen (und noch schwieriger zu fotografieren), sie liegen unbeweglich im Schatten und sind kaum von einem trockenen Ast oder ähnlichem zu unterscheiden. Hinter
dem Informationszentrum kommen wir dann aber zu einer Aussichtsplattform, von der aus wir die Echsen beobachten können, die auch dort vor allem im Schatten ruhen, Aber ein paar kleine Tieren zeigen sich kooperativer und laufen uns von die Kameras. Wir haben
Glück und sehen insgesamt ungefähr 10 Exemplare - hier werden die Warane nicht angefüttert und so zur Plattform gelockt, wenn man Pech hat sieht man keine. Wir haben heute die Gelegenheit, die Tiere zu beobachten, mir gelingt sogar ein Video von einem vorwitzigen Jungtier.
Es ist einfach faszinierend, diese "Drachen" zu beobachten, die es schon so lange gibt. Wieder ein Highlight meiner Reise!


















































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