Singapur
- Gaby Laubach
- 2. Mai 2025
- 6 Min. Lesezeit

Wir liegen 1,5 Tage in Singapur. Ich nutze die Zeit und mache 3 Ausflüge, um soviel wie möglich von der Stadt zu sehen. Singapur ist ein Insel- und Stadtstaat mit einer Fläche von knapp 730 km² - vergleichbar mit Hamburg. Hamburg hat weniger als 2 Mio. Einwohner, Singapur hat ungefähr 6 Mio.! Deshalb wächst Singapur in die Höhe. Trotzdem ist Singapur sehr grün. Es gibt viele Grünanlagen und Parks, einen weitläufigen Botanischen Garten, viele Dach- und Terrassengärten sowie begrünte Fassaden - hier wächst sogar Gemüse und Salat. Es ist gesetzlich festgelegt, dass seit einigen Jahren entsprechend der bebauten Fläche ein Ausgleich durch Begrünung geschaffen werden muss. Neben den gigantischen Wolkenkratzern gibt es aber auch noch viele

historische, gut restaurierte Gebäude, die der Stadt einen ganz besonderen Charme verleihen. Entlang des Singapore Rivers - mitten im Herzen der modernen Großstadt, in Chinatown und Little India wurden die alten Handelshäuser erhalten, darin findet man Restaurants, Bars und kleine Läden. Auch ältere Wohnviertel kann man noch entdecken. Die Bevölkerung ist multikulturell, die größte Gruppe bilden Chinesen, gefolgt von Malaien und Indern und vielen anderen Kulturen. Buddhisten, Moslems, Hindus und Christen und andere Religionsgemeinschaften leben tolerant nebeneinander. Singapur ist sehr sauber - Kaugummi ist grundsätzlich verboten (es sei denn, man bekommt z.B. Nikotinkaugummi zur Rauchentwöhnung vom Arzt verschrieben), man sieht kaum Abfall auf den Straßen, auch Raucher habe ich keine gesehen - nur ein paar Zigarettenkippen in Blumentöpfen vor den Bars. Die ausgelobten Strafen für Verschmutzung der Stadt sind sehr hoch. Der öffentliche Nahverkehr ist mit Bussen und Bahnen sehr gut ausgebaut und billig. Autos sind grundsätzlich schon teuer, außerdem muss man ein Zertifikat erwerben, um ein Auto in der Stadt benutzen zu dürfen. Dieses Zertifikat kostet ca. 100.000 Singapur-$ und gilt nur für 10 Jahre. Importautos sind mit extrem hohen Zöllen belastet - ein Kleinwagen kostet dann schon mal 200.000 Singapur-$ (ca. 140.000 €] und kann nur für 10 Jahre genutzt werden, dann verfällt das Zertifikat. Trotzdem sieht man viele Luxusautos aus Europa, Asien und den USA.
Ich starte mit einer Rundfahrt durch Singapur, die mir einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Singapurs vermitteln soll. Zunächst besuchen wir den Orchideengarten, einen wunderschön angelegten Teil des riesigen Botanischen Gartens. Hier kann man unzählige Orchideen und andere exotische Pflanzen betrachten. Für verschiedene Persönlichkeiten, die Singapur besucht haben, wurden Orchideen gezüchtet, die deren Namen tragen. Statt eines tropischen Gewächshauses wie wir es in unseren Gärten finden würden gibt es ein "Kühlhaus" für die Pflanzen, die das tropische Klima nicht vertragen.
Wir fahren und spazieren durch de unterschiedlichsten Stadtteile. Alt und neu vermischen sich hier zu einen grandiosen Stadtbild. Und natürlich kommen wir auch am Raffles vorbei.
Wir besuchen Merlion Park, von wo aus man einen tollen Blick über den Singapore River auf Marina Bay hat. Die Skyline ist wunderschön. Die Wolkenkratzer sind architektonische Meisterwerke.
In Chinatown besuchen wir zunächst einen buddhistischen Tempel, der reich ausgestattet ist. Die wunderschönen Wandteppiche sind handgestickt, tausende kleine Buddhas und viele Opfergaben (z.B. Kerzen, Blumen aber auch Spielzeugautos) stehen in kleinen Nischen an den Wänden. Die Statuen sind mit Gold überzogen.
Wir passieren auch den ältesten Hindutempel Singapurs. Wir können ihn leider nicht innen besichtigen, aber ich sehe, dass hier die Tempel anders sind als in Bali und auch wie ich sie in Indien kennengelernt habe.
Gegen Abend startet mein 2. Singapur-Abenteuer, eines auf das ich mich sehr gefreut habe "Singapore bei Nacht"- aber leider erlebten wir das reine Chaos. Trotzdem habe ich einige wunderbare Eindrücke mitgenommen. Wir fuhren zum Singapore River, an dessen Mündung Singapur gebaut wurde. Entlang des Ufers stehen noch heute die alten Handelshäuser, zu

denen mit kleinen Booten die Waren, die die großen Schiffe übers Meer brachten, gebracht wurden. Heute sind sie bunt angestrichen und man findet dort Bars und Restaurants. Die Mündung des Flusses ist durch einen Staudamm verschlossen, der entstandene See sichert die Trinkwasserversorgung der Stadt. Am Clarke Quay steigen wir um auf Elektroboote, die den alten Transportbooten nachempfunden sind. Während unserer Runde über den Fluss passieren wir viele historische Gebäude und Brücken, die uns in einem Video in deutscher Sprache beschrieben werden und oft auch noch in historischen Ansichten gezeigt werden. Und dahinter erhebt sich die moderne Innenstadt mit ihren Wolkenkratzern.
Schon während der Bootsfahrt beginnt ein Gewitter mit Blitz und Donner. Wir laufen zum Einkaufszentrum von Marina Bay Sands, dem gewaltigen Gebäudekomplex aus 3 Hochhäusern mit 57 Stockwerken, die durch ein riesiges Deck verbunden sind und dessen Besuch auch auf unserem Programm steht. Unsere chinesische Fremdenführerin erfährt, dass der SkyPark wegen des Gewitters aktuell gesperrt ist. Deshalb begeben wir uns auf den Weg zum Garden of the Bay. Wir fahren mit Rolltreppen auf die 4. Ebene des Einkaufszentrums, durchqueren auf einer Brücke die Lobby des Marina Bay Sands Hotels und erreichen eine Plattform, von der man einen tollen Blicke auf die Super Trees hat.
Hier erreicht uns zunächst die Nachricht, dass der SkyPark in absehbarer Zeit nicht mehr öffnen wird. Als wir gerade die Plattform verlassen wollen, erfahren die Guides, dass das Deck gerade wieder freigegeben wurde. Von diesem Zeitpunkt an wurde es hektisch und leider haben wir deshalb die Highlights unseres Ausflugs nicht mehr wirklich genießen können. Also geht es zunächst zum SkyPark. Die Aussicht von dort oben ist unbeschreiblich schön. Die ganze Stadt liegt einem zu Füssen, dort oben geht ein bisschen Wind - es ist die perfekte Sommernacht. Leider haben wir nur 20 Minuten Zeit hinaufzufahren, den Ausblick zu genießen, Fotos zu machen und wieder herunterzufahren....
....denn wir müssen uns beeilen, um die Licht- und Wassershow Spectra an der Marina Bay zu sehen. eine spektakuläre Show: bunt beleuchtete Wasserfontänen, Laserbilder und alles von dramatischer Musik untermalt - leider bekommen wir davon nur noch die Hälfte mit und das auch nur von weit entfernt über die Köpfe der zahlreichen Besucher hinweg....

....von dort aus geht es wieder zum Bus, der uns zur Licht- und Musikshow an die Super Trees bringt. Die Super Trees sind Bäume aus Metallgerüsten, die als vertikale Gärten bepflanzt sind. Sie fangen Regenwasser auf und haben Solarzellen um den Strom für die abendlichen Lichtshows zu erzeugen.
Auch hier bekommen wir leider nur noch die Hälfte mit und wieder von schlechten Plätzen aus. Trotzdem: Singapur bei Nacht ist Klasse!

Am nächsten Morgen steht der Ausflug unter dem Motto "Tradition und

Moderne". Wir fahren nach Little India, wo wir einen ausgiebigen Spaziergang durch die zum Teil sehr engen Gassen unternehmen. Wie überall in Singapur sind in den historischen kleinen Häusern meistens im Erdgeschoss Läden, Bars und Restaurants untergebracht und die oberen Stockwerke dienen als Lagerfläche. Es herrscht ein buntes Treiben. Zur Straßenseite haben die Häuser alle eine Arkade "Five Feet", die war Vorschrift, damit die Kunden auch bei Regen trocken einkaufen konnten. Graffiti ist in Singapur

strengstens verboten. Es werden aber immer wieder Künstler beauftragt, Häuserwände zu bemalen. Wir sehen einige Beispiele. Oft werden traditionelle Berufe o. Ä. dargestellt. Viele Häuser sind in bunten Farben gestrichen - es ist einfach wunderschön.

Wir besuchen einen Hindutempel. Wir können ihn auch betreten (ohne Schuhe) und innen fotografieren. Er ist prunkvoll ausgestattet und viele Gläubige sind da, bringen ihre Opfergaben (meistens Blumen) und beten. Wie schon erwähnt erlebe ich hier einen anderen Hinduismus als in Bali oder Indien. In der Nähe des Tempels begegnet uns eine Gruppe traditionell gekleideter Frauen, die sich gern von uns fotografieren lassen.
Wir besuchen eine Markthalle, hier versorgen sich die Bewohner täglich mit frischen Waren. Leider ist es Montag und viele Stände haben geschlossen. Trotzdem bekommen wir einen Eindruck. Natürlich gibt es auch hier die typischen asiatischen Garküchen - in Singapur sind sie von den Straßen verschwunden und in Gebäuden zusammengefasst worden., vor allem wegen der Verschmutzung der Straßen. Sie werden von den Einwohnern aller Klassen und Gruppen rege genutzt. Man findet hier alles und für jeden. Wir bekommen ein kühles Getränk aus frisch gepresstem Zuckerrohr mit Zitrone und Limette und??? Es schmeckt erfrischend und lecker.
Dann geht es zu unserem letzten Ausflugsziel - die "Moderne". Platz in Singapore ist rar und teuer. Viele Wohngebäude in Singapore werden vom Staat gebaut und können für 99 Jahre von den Einwohnern gekauft werden. Die Hochhäuser unterscheiden sich meistens von den privat gebauten dadurch, dass sie keine Balkone haben. Außer den historischen Gebäuden und ein paar wenigen älteren Wohnblocks, haben alle Häuser mehr als 50 Stockwerke. Bei den modernen Häusern gibt es begrünte Zwischengeschosse oder Dachgärten. Wir besuchen einen der vom Staat gebauten Wohnblocks, der aus 7 Hochhäusern mit jeweils 50 Stockwerken besteht. Im 50. Stockwerk sind sie durch sogenannten Skybridges verbunden. Dieser Dachgarten steht allen Mietern zur Verfügung; hier kann gejoggt werden, es gibt Sitzplätze und -gruppen, die Ränder der Wege und die Plattformen zwischen den Gebäuden sind bepflanzt, sogar Bäume stehen hier - sehr schön. Aber das Schönste ist die Aussicht! Sie steht der vom SkyPark nicht nach. Man kann praktisch den ganzen Stadtstaat überblicken, sieht nach Malaysia und Indonesien. Hier haben wir auch ausreichend Zeit es zu genießen.
Leider haben wir nur 1,5 Tage in Singapur - hier kann man es auch länger aushalten. Bei der Ausfahrt blicke ich noch einmal sehnsüchtig zurück!





















































































































































































































































































































































Kommentare