Banjul / Gambia
- Gaby Laubach
- 30. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit

Am Morgen fahren wir mit der Tide in die Mündung des Gambia-Flusses ein, hier befindet sich auf einer kleinen Insel die Hauptstadt Gambias, Banjul. Gambia ist der kleinste Staat Kontinentalafrikas (ungefähr halb so groß wie Hessen), besteht nur aus jeweils einem schmalen Streifen recht und links des Gambia-Flusses und ist vollständig vom Senegal umschlossen. In der Kolonialzeit war dieses Gebiet britisches Territorium, im Senegal herrschten die Franzosen. Der Gambia-Fluss war früher einer der krokodilreichsten Flüsse Afrikas, heute leben nur noch wenige Krokodile in freier Wildbahn. Das Krokodil gilt hier jedoch als heiliges Tier und es gibt Krokodilfarmen, in denen man auch in unmittelbaren Kontakt mit ihnen treten kann (wenn man sich traut!). Der Hafen von Banjul spielt eine zentrale Rolle für die gambische Wirtschaft, ansonsten ist die Hauptstadt mit ihren ca. 32.000 Bewohnern klein, ein Wachstum ist wegen der Lage auf einer Insel nicht möglich. Im Ballungsraum mit den nahe gelegenen Städten wie Serrekunda und Bakau leben mehr als 400.000 Menschen. Unser Ausflug "Banjul" führt uns durch diesen Ballungsraum. Unser Bus ist alt, ziemlich verdreckt und durch die "Milchglasscheiben" ist kaum etwas zu sehen, geschweige denn ein Foto zu machen. Zunächst besuchen wir den

"Albert-Markt" mitten in Banjul. Schon auf der Fahrt dorthin sind wir schockiert von den allgegenwärtigen Müllbergen. Nirgendwo auf unserer bisherigen Reise haben wir so viel Müll überall gesehen. Und überall auf den Straßen sieht man Ziegen. Unser Guide erklärt uns, dass in der nächsten Woche ein großes islamisches Fest stattfindet, zu dem in jeder Familie eine Ziege geschlachtet wird. Auch auf dem Weg zum und durch den Markt: Müll, Müll, Müll. Der Markt ist gut besucht und bietet alles, was man zum Leben braucht. Unser Guide führt uns durch die verwinkelten, engen und düsteren Gassen bis zu einem Platz, an dem es vor allem Kunsthandwerk und gebatikte Kleidung gibt.
Unser nächster Stop ist am gambischen "Nationalmuseum" - leider ist die Ausstellung vor allem dreckig. Die Bilder sind stockig, das Geschirr Königin Elisabeth II., die bis zur Unabhängigkeit Gambias 1965 Staatsoberhaupt war, sollte mal gespült werden ganz zu schweigen von ihrem Silberbesteck. Alles ist staubig, Spinnweben findet man überall, viele Schaukästen sind kaputt. Fotografieren ist im Museum nur gegen eine Gebühr erlaubt - in meinen Augen lohnt das Fotografieren dort aber sowieso nicht. Draußen entdecke ich aber ein paar lohnende Motive. Vor allem sieht man hier und an an vielen anderen Orten wunderschöne Wandmalereien.

Außerdem entdecken wir eine Echse, die an der Wand hinter dem Museum hinaufklettert.
Weiter geht es zum "Arch 22", einem Triumpfbogen, der zur Erinnerung an den Militärputsch 1994 errichtet wurde. Am Platz rund um dieses Wahrzeichen Gambias entdecke ich ein sehr schönes Wandgemälde, das Nelson Mandela darstellt und direkt daneben wieder eine grasende Ziege.
Jetzt verlassen wir Banjul Richtung Bakau, wo wir einen Fischereihafen besuchen. Wieder Dreck und Müll überall. Am Strand neben der zerstörten Landungsbrücke spielen Kinder im Meer. Auf dem Strand liegen die Fischerboote, die hier traditionell wunderschön bunt angemalt sind.
Bakau ist laut unserem Guide der Ort, an dem der Tourismus in Gambia begann und immer noch zu den Haupteinnahmequellen gehört. "Gambia besitzt keine Bodenschätze, die sich wirtschaftlich erschließen ließen – Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei sind die Haupterwerbszweige des Landes." Wir können davon nichts entdecken; Mitreisende, die einen Strandtransfer genutzt haben, erzählen jedoch, dass es dort sehr schön und sauber gewesen wäre.
Wir verlassen Bakau und fahren nach Serekunda. Dort besuchen wir einen Markt, auf dem vor allen Dingen Batik angeboten wird. Ich vergucke mich gleich in einen Stoff - bis ich den zu einem guten Preis erstanden habe (Feilschen ist hier obligatorisch) müssen wir schon wieder zurück zum Bus - ich vergesse darüber, ein paar Fotos zu schießen. Das Angebot ist aber wirklich sehr schön. Es gibt kunstvolle Batik-Bilder, -Kleidung und -Stoffe sowie verschiedene kunsthandwerkliche Souvenirs - aber auch wieder Müll. Zurück zum Hafen fahren wir eine Abkürzung entlang eines Mangrovengebiets - wunderschön aber leider ebenfalls vollständig vermüllt - Schade!
Wir können nur bei Flut den Hafen von Banjul und den Gambia-Fluss verlassen. Das ist erst gegen 23 Uhr möglich. Am Abend besucht uns noch eine Folkloregruppe und führt einige traditionelle Tänze auf.







































































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