São Tomé e Príncipe
- Gaby Laubach
- 24. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die Fahrt zurück nach Europa um Afrika herum ist natürlich ungleich länger als eine Fahrt durchs Rote Meer und den Suez-Kanal ins Mittelmeer. Die letzten beiden Abschnitte der Weltreise haben deshalb ausgesprochen viele Seetage. Die Seetage an Bord sind kurzweilig und ausgefüllt - trotzdem: Wir sind auf Weltreise um die Welt zu sehen, nicht um an Bord bespaßt zu werden. Deshalb freuen wir uns auf jeden Landgang! Von Namibia aus fuhren wir 3 Tage lang die Westküste Afrikas herauf bis in den "Knick" des Kontinents. In diesem Knick und gerade eben nördlich des Äquators liegt der nach den Seychellen zweitkleinste afrikanische Staat São Tomé e Príncipe. Er besteht aus den beiden namensgebenden Hauptinseln und sechs kleineren Eilanden. Der Staat ist bisher noch touristisch kaum erschlossen, gilt mit seiner ursprünglichen Natur (UNESCO-Biosphärenreservat) und seinen Traumstränden (der Praia Banana auf Príncipe gehört zu den Drehorten der Barcadi-Werbung) eher als Geheimtipp. Wie bei vielen afrikanischen Inseln und Küsten waren die Portugiesen die ersten Entdecker, die hier eine Kolonie gründeten - bis dahin waren die Inseln unbewohnt. Portugiesische Strafgefangene, spanische Juden und afrikanische Sklaven mussten auf den Zuckerrohr-, Kaffee- und Kakaoplantagen arbeiten Mit Brasilien entwickelte sich ein reger Sklavenhandel. Erst 1975 wurde der Staat unabhängig; geblieben ist die portugiesische Sprache als Amtssprache.

Wir laufen zuerst São Tomé an, die größte der Inseln und Sitz der Hauptstadt; auf São Tomé leben ca. 90 % der Bürger des Inselstaates. Leider spielen uns Wind und Wellen mal wieder

einen Streich und wir können nicht tendern. Die Bedingungen sind so schlecht, dass auch die Behörden Schwierigkeiten haben an Bord zu kommen, um unser Einklarierung vorzunehmen. Als das endlich geschafft ist, beginnen wir mit einer Umrundung von São Tomé und nehmen dann Kurs auf Príncipe. Dabei überqueren wir noch 2 Mal den Äquator (für uns Weltreisende sind das Nr. 5 und Nr. 6). Bei Nummer 5 habe ich noch einmal versucht, den Moment am Bordfernsehen festzuhalten, es ist mit nicht gelungen, die 00°00,00' zu erwischen (die Anzeige läuft nicht wie ein Countdown herunter), aber ich bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden.
Für den nächsten Morgen vor Príncipe sind die Wettervorhersagen deutlich besser und der Ankerplatz vor dem Hafen liegt geschützt in einer Bucht. Als wir dann aber ankommen, sind die Bedingungen wieder grenzwertig. Trotzdem werden die Boote zu Wasser gelassen und

wir können endlich wieder an Land. Die Tenderstrecke ist lang und unruhig und die Tenderpier abenteuerlich - die Besatzungen der Boote, aber auch die Phoenix-MitarbeiterInnen, die uns an der Pier in Empfang nehmen, haben alle Hände voll zu tun, uns und die Boote heil auf die Insel und wieder zurück zu bringen. Es ist bedeckt und tropisch warm und immer mal wieder gibt es einen Regenschauer. Wir wandern durch den Hauptort Santo Antonio. Die Menschen sind freundlich und viele grüßen; viele Hunde und Kinder springen um uns herum (aber es wird nicht gebettelt). Es gibt breite Straßen mit bepflanzten Mittelstreifen, auch sonst sehen

wir schöne Vorgärten und Grünanlagen. Eine Mauer entlang der Uferstraße ist großflächig gemalt. Unter anderem fiindet sich dort auch das Gesicht eines Kindes mit unglaublich realistisch gemalten Augen. Auch wenn es einige Ruinen in den Straßen gibt, es ist ein malerischer Ort, in dem man auch noch ein paar Gebäude aus der Kolonialzeit (in sehr unterschiedlichem Zustand) entdecken kann.
Die Tenderbedingungen werden während unseres Aufenthalts nicht wesentlich besser, aber alle sind wieder heil an Bord und jetzt haben wir 4 Seetage vor uns bis wir unser nächstes Ziel Bajul in Gambia erreichen.

























































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