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Buenos Aires / Argentinien

  • Autorenbild: Gaby Laubach
    Gaby Laubach
  • 24. Jan. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Am Ende ,des Mündungstrichters des Rio de la Plate liegt Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens - wieder eine beeindruckende Metropole. Der Hafen ist kein optimaler Platz für Kreuzfahrtschiffe. Wir lagen zwischen unzähligen Containern, die rund um die Uhr verladen werden - das ist sehr interessant so aus der Nähe zu betrachten, es ist jedoch auch sehr laut. Darüber hinaus liegt die Einflugschneise des Flughafens direkt über dem Hafen. Im Schiff bekam man davon fast nichts mit, aber auf den Außendecks gab es eine ständige Geräuschkulisse. Über den Hafen von Buenos von Buenos Aires werden sehr viele Waren in alle Welt transportiert und das ist wirtschaftlich wichtiger als Kreuzfahrtschiffe, die mal auf Stippvisite für einen oder zwei Tage kommen. Die Aus- und Einschiffung ist aber sehr komfortabel mit Shuttlebussen geregelt, die für uns auch die ganze Nacht zwischen Artania und Terminal pendelten. Der Besuch der Stadt entschädigt für alles. Der Großteil der argentinischen Bevölkerung lebt im Einzugsgebiet der Hauptstadt. Die Bevölkerung ist sehr europäisch, neben den Spaniern sind auch viele Italiener, Franzosen und Deutsche hierher ausgewandert. In vielen Familien wird noch immer die Sprache der Herkunftsländer gepflegt, unsere Guides stammten fast alle aus "deutschen" Familien, die z.T. schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Argentinien leben und sprachen perfektes Deutsch. Sie fühlen sich aber als Argentinier und die spanische Sprache vereint sie. Auch der Baustil ist sehr europäisch. Viele repräsentative alte Residenzen und offiziellen Gebäude sind von



französichen oder italienischen Architekten erbaut worden und prägen neben den vielen Hochhäusern das Stadtbild. Daneben gibt es aber auch Gebäude aus der Zeit der Diktatur oder wie in jeder Großstadt die Häuser der ärmeren Bevölkerung, wodie Materialien



Verwendung finden, die gerade vorhanden sind. So findet man in Boca (aus dem dortigen Fußballclub stammt Diego Maradonna) Häuser mit Wellblechfassaden, die aber wunderbar bunt angemalt sind. Viele Künstler leben und arbeiten dort.


Die Plaza de Mayo ist der älteste Platz der Stadt und gilt als Ihr Gründungsort. Rund um ihn findet man das Rathaus aus der Kolonialzeit (1725); den lachsrosafarbenen Präsidenten-palast, von dessen Balkon Evita (und in deren Rolle auch Madonna) ihre Reden gehalten hat; die Nationalbank und die Kathedrale (ab 16. Jahrhundert), die keine (Glocken-)Türme hat - noch nicht einmal Glocken, das Geläut kommt aus Lautsprechern rund um die Kuppel. Der aktuelle Papst Franziskus war vor seiner Wahl zum Papst Bischof in genau dieser Kathedrale. Auf dem Platz steht ein Denkmal, an dessen Fuss viele beschriftete Steine liegen. Sie wurden dort für Opfer von Corona niedergelegt, als Mahnmal dafür, dass in Argentinien erst sehr spät auf die Pandemie reagiert wurde. An einer zentralen Säule haben sich (und tun es auch noch heute) Frauen getroffen, deren Söhne während der Diktatur verschleppt wurden und nicht wieder auftauchten.



Unsere Rundfahrt führte uns durch viele verschiedene Stadtteile, die sehr unterschiedlich sind. Historische Gebäude teilweise sehr aufwändig restauriert (viele Botschaften residieren dort) und hochmoderne Wohnblocks auf Land, dass dem Fluss abgerungen wurde. Breite Straßen (hier möchte ich kein Fahrzeug führen!), wunderschöne Parks und künstlich angelegte Seen prägen das Stadtbild. Unser letzter Stopp war der Friedhof des Stadtteils Recoleta. Hier sind viele bedeutende Persönlichkeiten beigesetzt, aber auch ganz gewöhnliche Familien haben hier ihre Mausoleen.



Wir lagen 2 Tage im Hafen von Buenos Aires. Am 2. Tag habe ich eine Tangoshow besucht. Wir waren in einem traditionellen Tangolokal. Die TänzerInnen, die Sängerin und die Band mit Klavier, Kontrabass, Bandoneon (sind in Deutschland kaum bekannt, werden aber auch heute noch dort produziert!) und Geige waren Klasse. Die TänzerInnen zeigten modernen Tango, der heute wieder viel in Buenos Aires - auch von jungen Leuten - getanzt wird. Er ist weniger melancholisch, ich persönlich hätte gern auch einen klassischen Tango gesehen. Aber die Show war klasse, die Atmosphäre stimmte und es war sehr professionell.




Buenos Aires ist ebenfalls eine großartige Stadt, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

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