Durban / Südafrika
- Gaby Laubach
- 13. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
Von La Réunion bis zum afrikanischen Festland brauchen wir 3 Tage. Wir fahren Richtung Südwesten südlich an Madagaskar vorbei. Schon früh informiert uns der Kapitän, dass wir mit schlechterem Wetter und starkem Wellengang zu rechnen haben - aber die ersten beiden Tage und Nächte verlaufen ruhig und wir genießen das Bordleben. Am dritten Tag kommt aber der angekündigte Wetterumschwung. Wegen des starken Windes werden die Außendecks zum Teil gesperrt, der Pool auf dem Sonnendeck wird geleert und wir sind angehalten, unsere Kabinen zu sichern. Die Gischt spritzt bis auf die oberen Decks. Als am Abend noch eine Dünung aus einer anderen Richtung dazukommt, meldet sich der Kapitän noch einmal und bittet um äußerste Vorsicht und darum, dass man bei eventueller Unsicherheit doch besser auf der Kabine bleiben sollte. Die für den Abend geplante Show wird ebenfalls abgesagt. Die Schiffsbewegungen sind in der Nacht sehr stark und man hört es immer wieder poltern, wenn eine Badezimmertür zuschlägt oder sich ein Obstkorb oder ähnliches selbstständig macht. Am Morgen hat es sich wieder weitgehend beruhigt und wir legen bei allerbestem Wetter in Durban an.

Durban ist nach Johannesburg und Kapstadt die drittgrößte Stadt Südafrikas. Der Hafen ist der größte Umschlagplatz Afrikas. Wir legen direkt am neuen "Nelson Mandela Cruise Terminal" an, ein großzügiges, modernes Terminal, das auch auf große Schiffe, wie die MSC-Flotte eingerichtet ist. Von hier sind es nur wenige Meter zur Waterfront mit interessanten Einrichtungen wie einem Aquarium, einem Wasser- und einem Kletterpark, einer Reptilienausstellung, einer Schnorchel-Lagune und einem Shopping-Center mit Restaurants, Boutiquen und Souvenirläden. Auch die berühmte "Golden Mile" die Strandpromenade von Durban, liegt ganz nah. Das Stadtbild ist geprägt von modernen Hochhäusern neben Kolonialgebäuden.
Ich habe mich zu einem Besuch in einem Zulu-Kulturzentrum entschieden. Die Zulus sind die Ureinwohner dieser Region. Wir fahren aus der Millionenstadt heraus - wieder entspricht das was ich sehe nicht meinen Vorstellungen - auch wenn ich nicht beschreiben kann, was ich erwartet habe, das, was ich sehe ist anders. Wir fahren durch grüne bergige Landschaften zum "Valley of a thousand hills", dort sind heute noch traditionelle Zulu-Gemeinden ansässig. Die Aussicht auf die Landschaft ist einfach grandios. Kühe und Ziegen grasen direkt neben der Straße, überall picken Hühner, Enten und Gänse.
Wir besuchen das Indlondlo Cultural Village. Hier hat ein Zulu-Stamm ein traditionelles Dorf für die Touristen aufgebaut. Wir sehen die verschiedenen Gebäude, Pferche und Tiere. Eine alte Frau stellt Matten her. Der "Häuptling" heißt uns im Versammlungsraum willkommen, wir trinken Bier und ein nicht alkoholisches Getränk aus Getreide aus Kalebassen (wir trinken alle aus jeweils einer!) und erhalten eine Tanzvorführung mit traditionellen Tänzen - auch wenn es natürlich touristisch geprägt ist, ist es sehr beeindruckend. Auch heute gleichen die Gebäude in den Dörfern, die wir unterwegs gesehen haben, den traditionellen Häusern. Vor allem die Baumaterialien unterscheiden sich - waren die Hütten früher mit Gras gedeckt, findet man heute eher Wellblechdächer - aber Form und Größe sind vergleichbar.
Die Moderne ist aber auch in diesem "Dorf" angekommen: Bis auf ein kleines Mädchen und der alten Frau hat wohl jeder ein Smartphone. Die Hütten tragen auf den Grasdächern Solar-Zellen, mit denen der Strom für die Beleuchtung erzeugt wird und auch Dixie-Klos sind für die Touristen aufgestellt. Trotzdem erhalten wir einen Eindruck in die Tradition. Unser einheimischer Guide - selbst ein Zulu, erzählt uns vieles aus der Geschichte seines Volkes und Südafrikas. Wie an vielen Stationen unserer Reise hören wir von den unrühmlichen Erlebnissen der Ureinwohner mit den europäischen Kolonialherren. Keine schönen Geschichten, aber schön, dass dieses Zeiten vorbei sind!











































































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