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Huahine / Französisch Polynesien

  • Autorenbild: Gaby Laubach
    Gaby Laubach
  • 27. Feb. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Huahine wird aktuell noch von nur wenigen Touristen besucht, es gehört zu den weniger bekannten Südseeinseln. Hier findet man neben viel Landwirtschaft (Vanille, Melonen, Kopra) sehr viele Zeugnisse der polynesischen Kultur und eine traumhaft schöne Lagune. Huahine besteht ebenfalls aus 2 Inseln, die durch einen schmalen Kanal getrennt und durch eine Brücke verbunden sind. Auf dem Saumriff liegen noch einige Motus (kleine Koralleninseln). Schon am frühen Morgen

kann ich bei der Einfahrt in die Lagune von meinem Kabinenfenster aus beobachten, wie präzise die Artania durch die enge Zufahrt in die Lagune manövriert werden muss. Innerhalb der großen Insel Huahine Nui liegt eine Lagune, die wie ein Binnensee wirkt, aber Verbindung zum Meer hat und damit auch Ebbe und Flut unterliegt. An diesem See liegen viele Maraes (Kult- und Versammlungs-stätten der Polynesier) sowie der Nachbau (ein Zyklon zerstörte 1998 das Original) eines Versammlungshauses der Polynesier., in dem ein kleines archäologisches Museum über die

polynesische Kultur untergebracht ist. Hier sehen wir zum ersten mal Steine, in denen Muster oder Bilder eingemeißelt sind (es gibt keine schriftlichen Überlieferungen der Polynesier). Zur polynesischen Kultur gehörten auch Tätowierungen, diese waren praktisch wie der Personalausweis des Trägers. Die Symbole gaben Herkunft, Profession und Erfahrungen des Trägers wieder. Wissen wurde von den Eltern an die Kinder (i.d.R. vom Vater zum Sohn) weitergegeben und in Tänzen und Gesängen bewahrt. Als mit der Christianisierung diese Traditionen unterdrückt und sogar per Gesetz für einige Jahre verboten wurden, ging dieses uralte Wissen verloren. Im Museum

fotografiere ich eine Skizze, auf der die Besiedlung des polynesischen Dreiecks (Neuseeland - Hawaii - Osterinsel) dargestellt ist. Es ist kaum vorstellbar, das dieses große Gebiet mit so primitiven Mitteln bevölkert werden konnte. Die gesamte Anlage ist sehr beeindruckend.



Im Kanal, der die Innenlagune mit dem Meer verbindet, finden sich 500 Jahre alte steinerne Fischreusen, in denen bei abfließenden Wasser Fische, die mit der Flut in die Lagune gespült wurden, mittels trichterförmig angeordneten Steinmauern in einem Becken gefangen werden. Nach ihrer Restaurierung werden Sie heute wieder genutzt.

Unser Ausflug führt uns zu einer Vanille-Plantage - ein wichtiges Exportprodukt der Inseln, die Tahiti- oder Südseevanille gilt als sehr hochwertig. Hier wird uns demonstriert, wie aufwändig die Vanille-Produktion ist. Die Pflanzen (eine Orchideenart) wächst auf einem Substrat aus Kokosnüssen in Gewächshäusern aus Netzen. So sind sie vor zu großer Sonneneinstrahlung sowie vor Wind geschützt. Das Substrat speichert genügend Feuchtigkeit aus dem Regen, sodass nicht zusätzlich gewässert werden muss. Nach 3 Jahren

blüht die Pflanze zum ersten mal und das immer nur für einen Tag. An diesem Tag werden alle Blüten von Hand befruchtet. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich Schoten, die fast wie Bohnen aussehen. Nach ca. 7 Monaten verfärben sie sich braun und werden geerntet. Insgesamt müssen sie dann 3 Monate in der Sonne trocknen, aber nicht durchgehend sondern nur 3 bis 4 Stunden pro Tag. Nach den ersten zwei Monaten werden

die Schoten einzeln "massiert", dabei werden die Samenkörner im Innern gleichmäßig in der Schote verteilt und die Schote begradigt. Nach einem weiteren Monat Trocknung ist die Vanille dann zum Verkauf bereit. Der Erzeugerpreis für ein kg beträgt aktuell um die 700 €. Nach ca. 12 Jahren müssen die Pflanzen ausgetauscht werden.

Unser Tourbus, ein inseltypischer "Le Truck" hält noch einmal an einem kleinen Flusslauf, der von blauäugigen Flussaalen bevölkert ist. Die blauen Augen kann ich zwar nicht erkennen, aber die Aale sind sehr zutraulich - wahrscheinlich weil sie sich daran gewöhnt haben, von den Guides mit Futter angelockt zu werden.



Jede der bisher von uns besuchten Inseln hat ihren eigenen Charakter. Die gleiche Herkunft der ersten Bewohner und damit die gemeinsame Kultur verbindet sie alle miteinander. Der europäische Einfluss ist mal mehr mal weniger stark ausgeprägt. Wunderschön sind sie alle!




Zurück auf dem Schiff erwartet uns eine geschmückte Kopernikus-Bar. Dort findet am Abend ein großes Südsee-BBQ statt.



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