Tahiti / Französisch Polynesien
- Gaby Laubach
- 26. Feb. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Schon am späten Nachmittag lichten wir Anker vor Moorea und setzen über nach Tahiti, wo wir schon 2 Stunden später anlegen. Papeete (die Betonung liegt auf dem 2. "e"), die Hauptstadt Französisch Polynesiens, wirkt mit Ihren 26.000 Einwohnern nach den Zielen der letzten Tage auf mich wie eine Großstadt. Ich hatte schon gleich als es möglich war hier eine große Inselrundfahrt gebucht, war aber nur auf der Warteliste gelandet. Auch meine Nachfragen beim Bordreisebüro waren bis zum Vorabend vergebens - ich war sehr enttäuscht. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Ich wartete am Morgen am Startpunkt der Ausflüge, ob nicht doch noch ein Platz frei würde - und hatte Glück! Also konnte ich doch mit auf die Fahrt rund um die Insel! Das Inselinnere ist von Dschungel bewachsen und weitestgehend unberührt.
Papeete ist eine moderne Stadt, aus der Kolonialzeit sind nur noch wenige Gebäude übrig, die oft mit viel Holz gebauten Häuser sind den Termiten zum Opfer gefallen. So auch das

Original-Wohnhaus von James Norman Hall (Autor Meuterei auf der Bounty), unser erstes Ziel. Dieses wurde aber originalgetreu nach den alten Plänen wieder aufgebaut und die Inneneinrichtung ist noch erhalten. Auch seine Notizen und die Schreibmaschine, auf der er den Roman schrieb, sind ausgestellt. James Norman Hall hatte die Log-Bücher der Bounty, darauf basiert der größte Teil seines Romans, der Rest ist dichterische Freiheit. Die Geschichte der Bounty und James Cook begleiten uns auf unserer gesamten bisherigen Reise über den Pazifik und wahrscheinlich auch noch ein Stück weiter.
Unsere nächsten Ziele sind die Bucht, in der die meisten Europäer - auch James Cook, die Missionare und die Bounty anlandeten. Es gibt es einen relativ großen Strand mit schwarzem Lavasand (die Filmszenen der Verfilmungen von "Meuterei auf der Bounty" mit schönen weißen Sand wurden auf Bora Bora gedreht). Hier gibt es einen Leuchtturm (mit deutscher Technik und damit der einzige funktionierende Leuchtturm), Denkmäler für Jams Cook, die ersten Missionare sowie die Bounty mit der Gesamtbesatzung sowie den Meuterern und ihrer tahitianischen Frauen. Auch hier hören wir wieder die Geschichte, dass im Zuge der Christianisierung der Inseln die Traditionen der polynesischen Bevölkerung unterdrückt und verboten wurden und mangels schriftlicher Aufzeichnungen vieles verloren und vergessen ging.
Oberhalb dieser Bucht genießen wir einen phantastischen Blick über Papeete und diesen Teil der Insel.
Wir fahren weiter auf der Küstenstraße mit wieder wunderschönen Südsee-Ausblicken. Tahiti besteht eigentlich aus 2 Inseln, Tahiti-Nui und die kleinere Insel Tahiti-Iti, auf der die olympischen Surfwettbewerbe bei den Spielen in Frankreich stattfanden. Die beiden Inseln sind über eine Landenge verbunden. Unsere Rundfahrt führt uns nur um Tahiti-Nui, bietet uns aber schöne Aussichten auf Tahiti-Iti. Zum Mittagessen halten wir an einem Restaurant, das ein Buffet mit typischem tahitianischen Essen anbietet - auch viele Einheimische kehren hier ein. Das Restaurant hat eine tolle Lage direkt an der Lagune und das Essen ist toll. Es gibt Salate, Fleisch, Fisch, Reis, Gemüse, Brotbaumfrucht und leckere Süßspeisen - von dem Kokoskuchen hätte ich einen ganzen essen können.
Weiter geht es zu einer typischen polynesischen Kultstätte, einem Marae. Hier wurden Versammlungen und Zeremonien abgehalten. Derartige Orte sehen wir auch auf den anderen polynesischen Inseln.
Unser letzter Stopp ist ein Park mit vielen Edelhölzern und tropischen Blumen. Danach geht es mit vielen Eindrücken wieder zurück zum Schiff.
Am Abend erwartet uns an Bord die mitreißenden Darbietung der Folklore-Gruppe "O Tahiti e". Sie präsentieren traditionelle Musik und Tänze. Die Kostüme bestehen zum großen Teil aus frischen Blättern (Schraubenpalme) und Blüten, die für jede Show extra angefertigt werden. Schon nach kurzer Zeit duftet es in unserer Show-Lounge wie in einem Blumenladen.












































































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