Ilhèus / Brasilien
- Gaby Laubach
- 12. Jan. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Mit seinen unter 200.000 Einwohnern ist Ilhèus für brasilianische Verhältnisse sehr klein. Sie

liegt an der Mündung des Rio Ilhèus und immer noch im Bundesstaat Bahia. Auch hier finden sich einige schöne Strände. Im Hinterland wird Kakao angebaut, der über den Hafen von Ilhèus verschifft wurde. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts führte der Kakaoanbau zu einer Blütezeit der Region. Zum Ende des 20 Jahrhunderts zerstörte jedoch ein Baumpilz einen Großteil der Kakaobäume. Heute versucht man, in Mischkulturen und mit resistenteren Sorten einen nachhaltigeren und weniger anfälligen Neuaufbau der Kakaoplantagen. Auch

der Tourismus birgt neue Chancen für die Region. Hier in Ilhèus wurde der auch in Europa populäre Schriftsteller Jorge Armado geboren, der uns auch in Salvador da Bahia schon begegnet ist. In der Stadt stehen ein paar schöne Gebäude und alte Kirchen. Und natürlich genügend Hinweise auf den berühmten Sohn der Stadt: Sein Geburtshaus, sein liebstes Lokal...
Wir besichtigen die Kathedrale der Stadt, die erst in den 60er Jahren des 20, Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

Dann geht es raus ins Hinterland, wo wir eine Kakao-plantage besichtigen, die noch selber Kakao produziert, aber vor allem Besuchern einen Einblick in den Kakaoanbau gibt. Auf einem Spaziergang erfahren wir viel über den Pilzbefall - das Ergebnis ist eine sehr schnelle Alterung der Pflanzen und Früchte; sie sind nicht ungenießbar aber nur noch für billige Scholade zu nutzen. Die neu angebauten Kakaopflanzen sind nicht so anfällig und stehen weiter auseinander. Dazwischen stehen hohe Bäume, z.B. Gummibäume, die den Kakaobäumen Schatten spenden. Und ganz viele exotische Pflanzen mit tollen Blüten und Fruchtständen. Wir bekommen Kostproben aus einer frisch geöffneten Frucht. Um die Kakaobohnen herum ist ein säuerlich aber gut schmeckendes Fruchtfleisch. Die Kakaobohne selbst schmeckt in diesem Zustand nur bitter. Die geernteten Früchte bleiben nach der Ernte zunächst mal einige Tage im Wald liegen, wo eine erste Fermentierung der Bohnen unter Ausschluss von Sauerstoff beginnt. Anschließen werden die Schalen entfernt und eine zweite Fermentierung mit Sauerstoff findet statt. Danach werden die Bohnen getrocknet. Nach Öffnung der Kerne erhält man die Kakaonipps, die gemahlen schon den uns bekannten Kakao ergeben (mal sehen, wie in diesem Jahr mein Weihnachtsgebäck mit diesem Kakao schmeckt!). Nach diesen Demonstrationen können wir probieren. Auf den meisten Plantagen wird heute Schokolade produziert "Von der Bohne bis zum Riegel". Wir kosten den Saft aus dem Kakao-Frucht-fleisch, dann die Nipps und Schokolade mit bis zu 92% Kakaogehalt. Die Schokolade besteht nur aus Kakao, Kakaobutter und Rohrzucker - lecker! Und als wir zurück zu unserem Buss gehen, fängt es an zu regnen, der erste tropische Regen.







































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