Moorea / Französisch Polynesien
- Gaby Laubach
- 25. Feb. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Am frühen Morgen fahren wir in die nächste Lagune ein, die Lagune von Moorea. Hier liegt eine Korallenriff rund um eine vulkanische Insel, deren höchste Erhebung über 1.200 mtr, hoch ist. Dieser Ring um die Insel hat 11 Öffnungen, durch die Boote und Schiffe in die Lagune und zur Insel gelangen können. (Bora Bora hat z. B. nur eine Durchfahrt.) Unser Guide erklärt uns, dass diese natürlichen Öffnungen von den (Süßwasser-)Flüssen verursacht werden, die in die Lagune münden. Das Süßwasser zerstört die Korallen und bildet dadurch Lücken im Riff. Moorea liegt nur durch eine Meerenge getrennt von der größten "Gesellschaftsinsel" Tahiti entfernt. An der schmalsten Stelle trennen die beiden Inseln nur 17 km (Der aktuelle Rekord, die Meerenge schwimmend zu durchqueren, liegt bei etwas mehr als 6 Stunden und 20 Minuten!). Mein heutiger Ausflug führt mich einmal rund um die Insel, die Küstenstraße hat eine Länge von ca. 60 km. Unser Busfahrer ist auch gleichzeitig unser Guide. Er erzählt uns viel über die Insel und ihre Bewohner. Moorea hat nur ca. 11.000 Einwohner, in der Mehrzahl Polynesier - und wenn man unserem Guide glauben kann, sind sehr viele miteinander verwandt "Bevor man ein Mädchen das erste mal küsst, sollte man sie nach ihrem Namen fragen - nicht dass sie seine Cousine ist. Eine Frau sucht man sich besser auf einer anderen Insel." Auch sonst erzählt er uns viel Interessantes und viel Lustiges.

Moorea hat fast eine Herzform. Zwei Buchten, die Opunohu Bay (vor der wir ankern) und die Cook's Bay reichen tief in die Insel herein. Wir fahren zunächst auf einen Aussichtspunkt im Landesinneren zwischen den beiden Buchten; dort haben wir einen phantastischen Blick. Die Straße ist steil und eng - wieder einmal zeigt sich, welche fahrerischen Fähigkeiten der Fahrer eines Touristenbusses mitbringen muss, mit ab und zu mal

etwas rangieren schaffen wir die engsten Kurven. Auf dem Rückweg besuchen wir eine alte Kultstätte, deren Zeck und Bedeutung nicht mehr bekannt ist. Die Polynesier kannten vor der Entdeckung der Inseln durch die Europäer und vor allem vor der Christianisierung keine Schrift. Alles wurde mündlich weitergegeben vor allem in Gesängen und Tänzen. Die Kinder waren von klein auf eingebunden und lernten in der Familie alles was sie im späteren Leben brauchten, sämtliches (Experten-)Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Jede Familie besaß die Expertise für einen bestimmten Bereich.
Die Tour führt uns weiter an der Küste entlang durch die verschiedenen Ansiedlungen und mit tollen Blicken auf die Lagune und das Riff. Wir besuchen das "Tiki Village", das fast wie ein Freilichtmuseum wirkt. Hier gibt es landestypische Souvenirs und Kunsthandwerk (Pareos, Südsee-Perlen, Holzschnitzereien).
Wir erfahren auch viel über die Südsee-Perlen, die hier an jedem Souvenir-Stand angeboten werden (die Familie der Ehefrau unseres Guides unterhält eine Perlenfarm sowie Geschäfte auf Moorea und Bora Bora). Es gibt eine staatliche Kontrolle und Zertifizierung der Perlen. Auf den Perlenfarmen entstehen nur in ca. 30% der aufwändig "infizierten" Austern Perlen und davon erhalten nur ca. 5% eine Zertifizierung. Dabei liegt der Anteil der Klasse "AAA" (makellos) bei vielleicht 1%. Nur in Juweliergeschäften kann man Perlen mit Zertifikat kaufen, die übrigen werden zu Souvenirs verarbeitet - was aber ihren Reiz nicht mindert. Die Farb- und Formenvielfalt und ihr Glanz sind einfach unbeschreiblich.
Moorea bietet wunderbare Landschaften und eine Lagune, die phantastisch zum Tauchen, Schnorcheln und Baden ist. An den schönsten Stränden laden Hotels zum persönlichen Südseetraum.



















































Kommentare