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Port Louis / Mauritius

  • Autorenbild: Gaby Laubach
    Gaby Laubach
  • 8. Mai 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Nach 7,5 wunderschönen, sonnigen Tagen auf See kommen wir auf Mauritius an. Wir werden empfangen von Musik und tropischem Regen. Natürlich denken wir, dass der Regen bald aufhört und wir außer vielleicht dem einen oder anderen Schauer wieder einen tollen tropischen Tag erleben - leider gibt es nur ganz kurze Regenpausen. Trotzdem hoffen wir, das Ziel unseres heutige Ausflugs, die Îles aux Aigrettes besuchen zu können. Die ganze Insel ist ein Schutzgebiet, in dem man Pflanzen und Tiere, vor allem

Aldabra-Riesenschildkröten beobachten kann. Zunächst besuchen wir aber eine Bäckerei, in der seit mehr als 130 Jahren Maniok-Gebäck hergestellt wird. Das Gebäck besteht nur aus frisch hergestelltem Maniok-Mehl, Zucker und Aromaten. Wir können die Produktion besuchen, hier werden die Maniok-Knollen gewaschen, gemahlen und gepresst. Die entstehende Masse wird zerbröselt, in einer Zentrifuge getrocknet und immer wieder gemahlen, bis ein feines weißes Mehl entsteht. Die verwendeten Maschinen sind schon sehr alt. Eine Waage für die angelieferten Wurzeln stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das Mehl wird mit Zucker und Aromaten (Kokos, Butter, Anis, Schokolade, Milch, Zimt...) vermischt und ähnlich wie Waffeln auf einer mit Palmblättern beheizten Platte gebacken. Die fertigen Kekse werden per Hand verpackt. Die Frauen an der Backplatte erzeugen so in Handarbeit 20 bis 25.000 Plätzchen pro Tag.



Wir erhalten eine Kostprobe mit Kaffee oder Tee. Der Geschmack ist wirklich gut, mir sind die Kekse jedoch zu süß und zu staubig. Auf dem Rückweg zum Bus erwischt uns wieder ein heftiger Schauer.

Von hier aus fahren wir zur Anlegestelle der "Fähre", die uns zu den Riesenschildkröten bringen soll. Die Fähre stellt sich als offenes Boot dar, in der ca. 12 Personen Platz finden sollen. Dann fängt es wieder stark zu regnen an und uns wird mitgeteilt, dass wir keine Regenschirme mit auf die Insel nehmen dürfen und durch den starken Regen die Wege auf der Insel nur schlecht zu begehen sind. Der Wind nimmt auch noch zu - also trifft die Reiseleitung die Entscheidung, dass wir nicht übersetzen werden. Natürlich ist die Enttäuschung groß, aber für das Wetter kann niemand etwas.

Mauritius hat 4 Kolonialperioden erlebt: Nach den Portugiesen kamen die Holländer, die die Insel urbar machten, dann die Franzosen und schließlich die Briten. Seit 1968 ist die Insel unabhängig und Teil des Commonwealth. Englisch, Französisch sind Kreolisch wird von allen Bewohnern gesprochen. Die Bevölkerung setzt sich aus vielen verschiedenen Kulturen zusammen. Neben den Europäern findet man viele Inder, Chinesen, Araber sowie Nachfahren der Sklaven aus Afrika und Madagaskar. Auf Mauritius leben die verschiedenen Volksgruppen und Religionen friedlich miteinander. Wir fahren nach Mahebourg, das auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken kann - hier besuchen wir das Nationalmuseum, in dem Schätze aus allen Kolonialperioden ausgestellt sind. Das Museum ist in einem alten Kolonialgebäude in einen wunderschönen Park beheimatet. Es steht am Ende einer langen Auffahrt und sieht von weitem sehr imposant aus. Unser Guide erwähnt jedoch, dass das Gebäude einer Renovierung bedarf, die für nächstes Jahr geplant ist. Beim Näherkommen und besonders auch im Gebäude kommen Zweifel, ob es im nächsten Jahr noch steht. In der Ausstellung darf leider nicht fotografiert werden, aber meine Außenaufnahmen zeigen die morbide Schönheit des Hauses und lassen ahnen, wie schön das Anwesen mal gewesen sein muss.



Im Park können wir noch ein paar interessante Tiere entdecken. In den alten Bäumen leben Flughunde, die uns ihre Flugkünste vorführen und überall an und zwischen den Bäumen sehen wir sehr große Schnecken mit ihren Schneckenhäusern.



Von hier aus geht es zum für Mauritius typischen Mittagessen, alle sitzen zusammen am Tisch und die verschiedenen Gänge kommen in großen Schüsseln und Platten auf den Tisch, aus denen sich jeder bedient. Die Küche Mauritius hat Einflüsse aus allen Kulturen des Landes. Es gibt natürlich Reis, dazu

Salat, Fisch in Tomatensoße, Chicken-Curry, Linsen,

Teigtaschen usw. Es schmeckt sehr gut und die Lage des Restaurants direkt am Wasser ist malerisch. Wir sehen aber deutlich, dass mit dem starken Regen viel Lehm mit den Flüssen ins Meer gelangt.

Bei einem letzten Stop an der Waterfront Mahebourgs (wieder im heftigen Schauer) sehen wir den ehemaligen Bahnhof (heute gibt es keine Eisenbahn mehr auf Mauritius), der zwischen den Bäumen fast verschwindet und den wir nur über eine riesige Pfütze (fast ein See) aus der Ferne betrachten können, wir passieren direkt am Meer das Monument Pointe Canon, das an das Ende der Sklaverei auf Mauritius erinnert, sowie die große Statue eines wunderbar lächelnden Hindupriesters vor einem Tempel .



Als (sehr) kleinen Ausgleich für den verpassten Besuch der Riesenschildkröten besuchen wir noch den Markt von Mahebourg, auf dem sich die Einwohner täglich mit frischen Lebensmitteln versorgen. Es gibt Obst, Gemüse und Kräuter - vieles kennen wir, aber es gibt auch sehr exotische Produkte.



Anschließend geht es zurück zum Schiff.




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