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San Sebastian / La Gomera / Spanien

  • Autorenbild: Gaby Laubach
    Gaby Laubach
  • 4. Juni 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Ich kann mich noch gut an meine anderen Besuche hier auf La Gomera erinnern. Die Mole liegt dicht am Hauptort San Sebastian, ein kurzer Spaziergang rund um das Hafenbecken und man ist mitten im Städtchen. Viele kleine bunte Häuschen, malerische Gässchen und

historische Gebäude aus dem 15. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Hier nahm Christoph Kolumbus zum letzten Mal Proviant an Bord, bevor er Richtung Neue Welt aufbrach. Mitte des letzten Jahrhunderts wanderten einige Bewohner La Gomeras nach Venezuela aus; an der Hafenpromenade erinnert ein Denkmal an sie. Da ich erst am Nachmittag zu meinem Ausflug starte, spaziere ich am Morgen durch den Ort und genieße die gute Luft und die Ruhe.



Ich besuche die "Iglesia de la Asunción", eine Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert mit kunstvoll geschnitzten Altären und einem Wandfresko, das einen Invasionsversuch aus dem 18. Jahrhundert darstellt.



Am Nachmittag führt mich unser Ausflug durch die Berge auf die andere Seite der Insel. La Gomera ist fast kreisrund und sieht von oben betrachtet fast aus wie eine Zitruspresse. Zwischen den "Rippen" liegen steile Schluchten. Im Zentrum treffen sich die Rippen auf knapp 1.500 mtr. Um Nachrichten über die Schluchten zu verteilen, entwickelte sich schon unter den ersten Bewohnern La Gomeras, den Guanchen, eine Pfeifsprache "El Silbo Gomera", die heute wieder Pflichtfach in der Schule ist. Es handelt sich um eine Lautsprache - als wir später eine kurze Demonstration bekommen, fällt es uns nicht zu schwer, die Namen der einzelnen kanarischen Inseln zu erkennen. Wir verlassen San Sebastian über die "Nordstraße". Sie führt steil hinauf durch die verschiedenen Vegetationszonen der Insel. San Sebastian liegt auf der trockenen südlichen Seite der Insel, sobald wir über den Grad auf die nördliche Seite kommen, ändert sich die Landschaft. Hier wird viel angebaut. Die Felder liegen auf Terrassen an den steilen Hängen, eine Bearbeitung ist also sehr aufwändig, ein Maschineneinsatz kaum möglich. Viele der Terrassen liegen brach, auf anderen werden nicht mehr traditionell Bananen angebaut sondern Avocados, deren Anbau viel unkomplizierter ist. Auch das Wetter auf der Nordseite ist anders, in San Sebastian schien die Sonne, hier ist es wolkig und die Wolken hängen in den Bergen.



Wir fahren weiter hinauf in den Nationalpark Garajonai, in dem feuchte Lorbeerwälder Relikte urzeitlicher Vegetation bewahren. Wir sehen Lorbeerbäume, Baumheide, Erdbeerbäume, riesige Farne, Flechten, Moose usw. Die Urwälder sind sehr wichtig für die Wasserversorgung der Insel. Die Bäume "zapfen" die Wolken an und versorgen sich so selbst. Überschüssiges Wasser versickert und speist Trinkwasserquellen. In den tiefen Schluchten gibt es Stauseen, in denen das aus den Bergen kommende Regenwasser gesammelt wird, mit dem die Felder bewässert werden. So ist die Insel unabhängig von Entsalzungsanlagen. Wir besuchen das Informationszentrum des Parks und später machen wir einen kleinen Spaziergang durch diesen Urwald - so stelle ich mir einen Märchenwald vor.



Über die "Südstraße" fahren wir wieder zurück nach San Sebastian. Wieder durchfahren wir die unterschiedlichen Zonen: Den Wald, die Felsen, die Büsche, die Palmen - bis wir wieder am Meer ankommen.

Lanzarote ist immer noch "meine" kanarische Insel, aber La Gomera kommt dicht dran.

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