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Adelaide / Australien

  • Autorenbild: Gaby Laubach
    Gaby Laubach
  • 31. März 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Adelaide ist die trockenste Stadt in der trockensten Gegend des trockensten Bundesstaats (South Australia) des trockensten Kontinents der Erde. Es hat hier schon einige Monate nicht geregnet, das konnten wir bei unserem Ausflug deutlich sehen. Viele Grünflächen, Gärten und Parks (und natürlich auch Golfplätze) werden aber regelmäßig gewässert und sind eine schöne Abwechslung für die Augen. Adelaide ist die erste Stadt in Australien, die nicht als Sträflingskolonie gegründet wurde. In der eigentlichen Stadt leben nur rund 26.000 Einwohner, in der Metropolregion jedoch 1,4 Mio. Der weitläufige Hafen liegt mehr als 20 km vom Zentrum der Stadt entfernt. Es ist ein wichtiger Hafen für den Export von unter anderem Öl, Getreide, Fleisch, Wein und weiteren landwirtschaftlichen Produkten. Rund um den Hafen haben sich verschiedene Industrieunternehmen angesiedelt. Die Stadt selbst macht einen eher beschaulichen Eindruck. Es gibt hier ein sehr modernes Krankenhaus und eine renommierte Universität.



Unser Ausflug führt uns aber aus der Stadt heraus in die Adelaide Hills. Hier wurde 1839 von preußischen Lutheranern, die mit der "Zebra" nach Australien ausgewandert waren,

Hahndorf gegründet (Der Name geht auf den Kapitän der Zebra zurück). Hier fühlt man sich in ein beschauliches deutsches Dorf zurückversetzt. Viele Namen an den Geschäften klingen noch deutsch, es gibt in den Bäckereien und Cafés z.B. Bienenstich und Salzbrezeln. Auch das Angebot in den Souvenirgeschäften erinnert an Deutschland, es gibt Bierseidel mit Zinndeckeln, echte Schwarzwälder Kuckucksuhren, Schwibbögen aus dem Erzgebirge, Trachtenhüte usw. Es ist schon bemerkenswert, dass sich Traditionen über fast 200 Jahre, also mehrere Generationen fortsetzen. Daneben gibt es in Hahndorf auch Galerien, in denen die Werke von Aborigines ausgestellt und angeboten werden. Und - wer hätte das gedacht - stehen an den Straßen deutsche Bäume, die gerade ihre Herbstfarben bekommen (die australischen Bäume sind immergrün!).



Nach einem ausgiebigen Spaziergang fahren wir weiter in das Barossa-Tal, einem bekannten Weingebiet, dessen Weine auch nach Deutschland exportiert werden. Auf dem

Weg dorthin machen wir noch einen Fotostop am "Herbig-Baum". Friedrich Herbig war 1855 nach Australien ausgewandert und hatte sich in einem hohlen Eukalyptusbaum eingerichtet. Erst nach der Geburt des 2. Kindes im Jahr 1860 zog er mit seiner Familie in eine Hütte aus Holz und Lehm. Ich kann nicht genau sagen, wie ich mir das "Baumhaus" vorgestellt hatte, aber so bestimmt nicht - und als Wohnung für eine Familie mit zwei Kleinkindern erst recht nicht.



Im Barossa-Tal gibt es mehr als 60 Weingüter. Wir besuchen zunächst das Lambert Estate Weingut, in dem wir verschiedene Weine probieren dürfen und wo uns ein leckeres Mittagessen erwartet. Es gibt - typisch australisch - verschiedene Gerichte auf Platten oder in Schüsseln angerichtet, von denen sich jeder am Tisch bedient. Wir haben Rindfleisch auf einer Art Risotto mit Cherrytomaten, Hühnerbrust auf Süßkartoffelstampf, Salat und Pommes - alles sehr lecker! Und zum Dessert gibt es einen Portwein mit Schokolade - für mich ein echtes Geschmackserlebnis.



Anschließend fahren wir weiter durch das Barossa-Valley bis nach Tanunda, einem weiteren sehr europäisch geprägten Ort. Bevor wir durch den malerischen Ort spazieren, machen wir noch einen kurzen Stopp am Chateau Tanunda, einer sehr alten und beeindruckenden Weinkellerei. Deren Weine kann man auch in Europa kaufen.



Im Ort gibt es schöne Geschäfte sowie einladende Pubs und Cafés.




Anschließend geht es wieder zurück nach Adelaide und zur Artania. Wir sehen deutlich den Wassermangel überall. Kurz vor dem Hafen fahren wir auch noch an fast ausgetrockneten Salzseen vorbei.



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