Akaroa / Neuseeland
- Gaby Laubach
- 13. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
Kurz nach unserer Abfahrt von Picton, das relativ geschützt an der Cookstraße zwischen Nord- und Südinsel liegt, spürten wir deutlich den zunehmenden Wind und Wellengang, der uns die ganze Nacht begleitete. Es wurden unter den Passagieren auch schon Wetten abgeschlossen, ob wir heute überhaupt tendern könnten. Aber Akaroa liegt in einem großen Naturhafen, ringsum geschützt von Hügeln, die einem ehemaligen Vulkan entstammen. Also konnten wir auch diesen Ort - der zu Christchurch City gehört - besuchen.

Schon bevor die Engländer ganz Neuseeland für sich beanspruchten, gab es hier eine kleine französische Kolonie, die auch nach der britischen Übernahme Neuseelands für einige Jahre weiterbestand. Im kleinen Ort Akaroa, kann man heute noch die Grenze zwischen "Frankreich" und "Britannien" sehen. Die Bauweise der historischen Gebäude und die Straßennamen
unterscheiden sich, im französischen Teil unterlag alles dem metrischen System, die Briten maßen in feet und yard. Unsere Fremdenführerin beim Stadtrundgang ist die Nachfahrin eines der allerersten französischen Einwanderer und erzählt uns sehr persönlich über die Geschichte ihrer Heimatstadt und ihrer Familie, die damit stark verbunden ist. Ihr Urahne hatte sehr viele Nachkommen - als unser Guide in die Schule kam, war die Hälfte der Mitschüler mehr oder weniger eng mit ihr verwandt. Die Geschichte der Europäer in Neuseeland ist noch sehr kurz - in Akaroa sind es gerade einmal 185 Jahre! Die ersten Siedler, die oft vor der Armut im Heimatland geflohen waren, fanden hier gute Bedingungen, um sich selbst zu versorgen und mit ihren Erzeugnissen Handel zu treiben und damit zu Wohlstand zu kommen. In Akaroa sind noch viele historische Gebäude erhalten. Wir werfen auch einen Blick in die alte Bücherei, in der man sich aus Zeitungen, die Schiffe mitbrachten, über die Ereignisse in der Welt informieren konnte - so aktuell wie man es aus alten Zeitungen kann.
In dieser Bucht gab es natürlich auch eine Walfangstation. Das Walfett wurde ausgekocht und nach Europa für die Straßenbeleuchtung exportiert. Hier stehen noch die riesigen Kessel an der Strandpromenade.
Wir verlassen den Ortskern rund um unser Anlegestelle und erklimmen einen der Hügel in der Bucht. Der Weg führt durch einen wunderschönen Mischwald mit Pinien, Eichen, Kastanien, Palmen, Baumfarnen und, und, und. Im Wald steht auch eine Statue des Waldgottes, einer Figur aus der Mythologie der Maori. Oben auf dem Hügel ist der Ortsfriedhof angelegt, auf dem uns unsere Fremdenführerin auch die Ruhestätten ihrer Vorfahren zeigt. Es ist ein sehr friedlicher Ort mit einem wunderschönen Blick über die Bucht.
Das letzte Ziel unseres Rundganges ist der 1879 aus Holz gebaute Leuchtturm. Es ist einer der wenigen Leuchttürme auf der Welt, die man besichtigen und besteigen kann, obwohl sie noch voll in Betrieb sind. Sehr malerisch!



























































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