Auckland / Neuseeland
- Gaby Laubach
- 8. März 2025
- 4 Min. Lesezeit

Wir erreichen die südliche Spitze des polynesischen Dreiecks Hawaii ganz oben - Osterinsel ganz rechts - Neuseeland unten links. Unsere erste Station ist Auckland auf der neuseeländischen Nordinsel im Hauraki Golf. In dieser weitläufigen Bucht finden sich einige Vulkaninseln. Die gesamte Landschaft rund um Auckland wird von ungefähr 50 inaktiven Vulkanen geprägt, der letzte, Rangitoto, erhob sich vor 600 Jahren aus dem Meer. Mit den vielen geschützten Meeresbuchten ist Auckland

sehr attraktiv für Segler - das hat der Stadt auch den Beinamen 'City of Sails" eingebracht. Die Westhaven Marina mit fast 2.000 Bootsliege-plätzen ist einer der größten Yachthäfen der Welt. In den Jahren 2000 und 2003 wurde vor Auckland der America's Cup ausgetragen. Überall sieht man Segelboote und Yachten. Unser Liegeplatz liegt direkt am Zentrum, ganz nahe dem Skytower, dem mit 328 Metern höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre. Wir bleiben drei Tage in Auckland, es werden große Mengen Vorräte geliefert und eingelagert und es gibt einen Passagierwechsel - der 3. Abschnitt der Weltreise endet und der 4. Abschnitt startet. Also haben wir Weltreisenden 3 Tage Gelegenheit, diese Metropole und ihre Umgebung zu erkunden. Ich starte am 1. Tage mit einer Stadtrundfahrt. Wir fahren zunächst entlang der Küste mit schönen Stränden bis nach Mission Bay, wie der Name schon sagt, das Zentrum der Missionierung.
Weiter geht es auf einen Hügel mit wunderbarer Aussicht auf die Bucht. Der Hügel gehört zum Land der Maori, von denen es in dieser Gegend zwei Stämme gibt. Bestrebungen, diesen Ort zu bebauen scheiterten am Veto der Ureinwohner. Sie wollten dieses Land aber der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Es findet sich hier das Denkmal für das frühere Staatsoberhaupt Michael Joseph, das von einer schönen Gartenanlage umgeben ist (die bei unserem Besuch gerade umgestaltet wurde, sodass wir von der angekündigten Blütenpracht nicht viel sehen konnten). Ansonsten ist der Hügel eine offene Parkanlage, von der man die Aussicht genießen kann. Etwas abseits davon kann man das Dach eines Versammlungshauses der Maori eher ahnen als sehen.
Auckland ist sehr grün, es gibt viele Parkanlagen. Unser nächstes Ziel ist die Auckland Domain. Hier besuchen wir den Wintergarten. Eine Anlage mit 2 Gewächshäusern und einen dazwischen liegendem Farngarten. Ursprünglich wurden in den Gewächshäusern die Pflanzen kultiviert, die die ersten Siedler aus der alten Heimat mitbrachten. Heute sind sie Ausstellungshallen für tropische und subtropische Pflanzen. Eine wunderschöne Anlage!
Neuseeland versucht, seine heimische Fauna und Flora konsequent zu schützen. Es ist uns strengstens untersagt, irgendwelche Lebensmittel mit von Bord zu nehmen. Es drohen Strafen ab 400 NZ$. Entsprechende Hinweise haben wir mehrfach schriftlich und - nach Aufforderung der Behörden - auch immer wieder über Bordlautsprecher bekommen. Für die Passagiere, die hier abreisten, gab es sehr strenge Regelungen bezüglich Souvenirs, die sie z.B. in der Südsee gekauft hatten: Produkte aus Holz oder Kokosschalen mussten deklariert und im Handgepäck mitgeführt werden. Trotz Deklaration war es nicht sicher, ob sie alles ein- bzw. ausführen durften. Die Kontrollen sind in Bezug darauf sehr streng, ich habe von neu angereisten Passagieren gehört, dass sämtliches Gepäck auch mit Spürhunden kontrolliert wurde.
Anschließend fahren wir durch das historische Stadtviertel Parnell, dort gibt es noch zahlreiche im gotischen Stil erbaute Holzhäuser. Wir passieren auch die moderne Kathedrale Aucklands (die meisten Neuseeländer gehören der Anglikanischen Kirche an). Direkt daneben steht eine recht große ältere Holzkirche, die früher auf der gegenüberliegenden Straßenseite gestanden hat und die - als die Straße verbreitert wurde und ihr ursprünglicher Standort dafür gebraucht wurde - kurzerhand auf die andere Seite gezogen wurde. Kaum vorstellbar, das so etwas funktioniert.

Zum Abschluss fahren wir noch zur Harbourbridge, die das Zentrum von Auckland mit Northcote verbindet. Die Tour endet in der Queen Street, der Haupteinkaufsstraße von Auckland, die wir in Richtung Hafen herunterschlendern.

Am letzten Tag in Auckland habe ich eine weitere Stadtrundfahrt gebucht, die mich noch einmal in die Auckland Domain führt, wo wir dieses Mal das Aucklandmuseum besuchen. Hier gibt es unter anderem die Simulation eines erneuten Vulkanausbruchs im Hauraki Golf. In einem "Wohnzimmer" mit Blick auf den Golf kann man eine Nachrichtensendung verfolgen, in der von den Erdbeben in den letzten Tagen und Evakuierungsmaßnamen für Auckland berichtet wird. Experten werden befragt und warnen vor einem wahrscheinlichen Vulkanausbruch. Plötzlich spürt man die Erdstöße und kann durch das Fenster beobachten, wie sich der Vulkan explosionsartig aus dem Meer erhebt - bis der nachfolgende Tsunami auf das Haus trifft - sehr eindrucksvoll!

Im Museum ist auch der Orignal-Eispickel ausgestellt, mit dem Edward Hillary den Mount Everest bestiegen hat.
Sehr interessant sind für mich vor allem die Ausstellungen zur Maori-Kultur Neuseelands und der Kultur der Polynesier auf den pazifischen Inseln. Es ist ein Original-Versammlungshaus der Maori ausgestellt, das man zwar betreten darf (ohne Schuhe) aber weder von außen noch von innen fotografieren darf. Diese Häuser sind vollkommen ohne Nägel gebaut. Sie sind außen und innen mit vielen Schnitzereien ausgestattet. Für die Maori sind sie heilig, aber keine Kirchen. Hier werden Versammlungen abgehalten, Feste gefeiert, Abschied von den Toten genommen, Verträge geschlossen usw. Ebenfalls ausgestellt sind Werkzeuge, z.B. welche zum Tätowieren. Tätowierungen waren in der polynesischen Kultur sehr wichtig. Dazu Waffen, Kleidung, Instrumente, Alltagsgegenstände, Kanus.... Leider war es nicht so einfach, Fotos zu machen, da die Artefakte oft hinter Glas waren und die Beleuchtung starke Reflektionen hervorrief. Trotzdem sind mir ein paar Aufnahmen gelungen, die etwas über diese spannende Kultur erzählen.
Maori-Ausstellung:
Pazifik-Ausstellung:
Das letzte Ziel unseres Ausflugs an diesem Tag ist der Skytower, das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre und bestimmt ein modernes Wahrzeichen von Auckland. Insgesamt ist er 328 mtr. hoch. Es gibt zwei Aussichtsplattformen auf 186 und 220 mtr. Auf 192 mtr. Höhe hat man Gelegenheit einen Skyjump (192 mtr. an Seilen gesichert runterspringen - hat eine gute Freundin von mir gewagt!) oder, ebenfalls gesichert, einmal auf einer Plattform im Freien um den Turm herum zu gehen. Ich habe auf beides verzichtet! Aber der Blick von oben ist unbeschreiblich und auch der Blick senkrecht nach unten - wenn man auf einer der in den Boden eingelassenen Glasscheiben steht - ist atemberaubend.
Wir verlassen Auckland an diesem Abend. Die Ausfahrt ist für mich bisher die schönste auf dieser Reise (die in Hamburg war emotionaler, aber nicht so schön). Die Harbourbridge leuchtet in verschiedenen Farben, die Skyline ist unbeschreiblich, die ebenfalls hell beleuchteten Schlepper, drehen sich zum Abschied auf dem Wasser im Kreis, der Halbmond steht am Himmel, die Luft ist klar und lau. Später gehe ich noch einmal zum Bug der Artania. Mittlerweile gibt es ein paar lockere Wolken, aber trotzdem leuchten die Sterne wieder wunderbar.











































































































































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