top of page

Bay of Island / Neuseeland

  • Autorenbild: Gaby Laubach
    Gaby Laubach
  • 8. März 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Unser nächstes Ziel auf der Nordinsel Neuseelands lockt wieder mit vielen Inseln und einem tollen Segelrevier. In der Bay of Island liegen rund 144 Inseln und Eilande. Die Bucht gilt als Keimzelle der Besiedlung Neuseelands durch die europäischen Einwanderer, Russel war die erste Hauptstadt. Walfänger entdeckten die Bucht, wenig später folgten Missionare, die um 1823 die erste christliche (anglikanische) Mission errichteten. Nach schlechten Erfahrungen mit französischen Seefahrern baten die Maoris um den Schutz der britischen Krone, der hier in Waitangi (gegenüber von Russel) zum ersten formellen Friedensvertrag zwischen 40 Maori-Häuptlingen und dem britischen Königshaus führte. Der damalige Gouverneur hatte sich zunächst bemüht, die Sprache der Maori zu lernen und sie auch erstmals schriftlich zu dokumentieren. Die Maori kannten bis zu diesem Zeitpunkt keine Schrift. Der Vertrag wurde hier auf Englisch verfasst, über Nacht in die Maori-Sprache übersetzt (leider nicht 1:1, was bis heute zu Konflikten führt) und von allen anwesenden Häuptlingen und den Vertretern Britanniens unterzeichnet. Dieser Vertrag begründet die Staatsgründung Neuseelands und wird seit 1840 jährlich am 6. Februar (Waitangi-Day) gefeiert. Die Artania liegt genau gegenüber des Original-Schauplatzes des Vertragsschlusses, den Waitangi Treaty Grounds, die ich mit meiner Ausflugsgruppe besuche. Es ist eine Art Freilichtmuseum, in dem noch das Original-Haus des damaligen Gouverneurs zu besichtigen ist.



Direkt davor liegt die große Freifläche, auf der die Zelte der Häuptlinge standen und vor der wir heute Anker

geworfen haben. Gegenüber steht heute ein Versammlungs-haus aller Maori-Stämme, in dem verschiedene Tänze und Gesänge der Maori präsentiert werden (leider hatten wir keine Zeit, daran teilzunehmen). Ein Museum vervollständigt diesen oberen Teil der Gedenkstätte. Über einen recht steilen Pfad geht es zum unteren Teil Hier wird das größte (lt. Guiness-Buch) Maori-Kriegskanu ausgestellt. Es wurde anlässlich des 100 Jahrestages des Vertragsabschlusses von verschiedenen Maori-Stämmen aus 2 Kauri-Stämmen gebaut und wird jedes Jahr zu den Feierlichkeiten zu Wasser gelassen.





Am Ende des Bootshauses kann man auch noch den Rest eines der beiden Kauri-Bäume besichtigen.




Wir fahren nach Kerikeri, Zentrum des Obstanbaus mit vielen Citrus- und Kiwiplantagen sowie Weinanbau. Hier befinden sich in einer malerischen Bucht die beiden ältesten Gebäude des Landes, das hölzerne Kemphaus, Wohnhaus der Missionare, und direkt daneben das älteste Steinhaus, das als Vorrats- und Lagerhaus für die Missionare diente.

Das Haus darf nur ohne Schuhe besichtigt werden und das obere Stockwerk darf nur von maximal 5 Personen gleichzeitig besucht werden - es sind immer noch die ersten Böden und Decken aus dem frühen 19. Jahrhundert.



Ein weiteres Highlight unseres Ausflugs erwartet uns in Kawakawa. Hier lebte Friedensreich Hundertwasser zwischen 1973 und seinem Tod im Jahre 2000. Seiner neuen Heimat schenkte er eine öffentliche Toilettenanlage direkt an der Hauptstraße, die 1999 eröffnet wurde und ganz normal und kostenlos zu benutzen ist. Angeblich wird sie weit häufiger fotografiert als genutzt.



Kommentare


bottom of page