Port Chalmers/Duneden / Neuseeland
- Gaby Laubach
- 17. März 2025
- 3 Min. Lesezeit
Port Chalmers ist ein Vorort von Duneden und liegt am Anfang eines großen natürlichen

Hafens, der 21 km ins Land reicht. Das natürliche Hafenbecken ist aber im hinteren Teil nicht tief genug für die Artania. Also legen wir in Port Chalmers an, wo uns wieder Berge von Holz für den Export begrüßen. Duneden ist mit rund 130.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Südinsel und war einstmals die größte und reichste Stadt Neuseelands. Dieser Reichtum begründete sich auf den Otago-Goldrausch, der 1860 zahlreiche Goldsucher in die Gegend lockte und Duneden zu einem multikulturellen Schmelztiegel machte. Auch die erste Universität Neuseelands wurde hier gegründet. Die Gründungsväter der Stadt kamen aus Schottland, viele repräsentative Gebäude zeugen noch heute von diesem Ursprung - angeblich gibt es in Duneden einen Laden für Schottenröcke. Leider kann ich nur wenige Aufnahmen im Vorüberfahren machen.
Das Ziel der heutigen Tour ist das Orokonui Naturschutzgebiet. Auf einer ehemaligen Schaffarm wurde hier ein einzigartiges Schutzgebiet für die Fauna und Flora Neuseelands geschaffen. Mir hat besonders imponiert, dass hier in großen Dimensionen gedacht wird. Man versucht, die Natur für künftige Generationen zu erhalten. Unser junger Guide sprach mit glänzenden Augen von einem Zeitraum von 1000 Jahren. Das gesamte Gebiet ist eingezäunt, der Zaun reicht bis tief in die Erde, um grabende Tiere abzuhalten, und hat auch eine Sicherung gegen Übersteigen. Innerhalb des Zauns kann man (mit etwas Glück) endemische Tiere in ihrer natürlichen Umgebung entdecken. Wir konnten einen Skink betrachten und einige Vögel. Das besondere an neuseeländischen Vögeln ist, dass es viele Laufvögel gibt, aber auch diejenigen, die fliegen können, das Laufen, Hüpfen und hangeln dem Fliegen vorziehen. Neuseeland hatte ursprünglich keine Raubtiere, die die am Boden lebenden oder nistenden Vögel und ihre Brut bedrohten. Erst durch die europäischen Einwanderer kamen Fressfeinde für die Vögel hierher - Frettchen, Hunde, Katzen - und haben einige Arten wie den Kiwi an den Rand der Ausrottung gebracht. Mit Programmen wie Orokonui oder auch "Säuberungsaktionen" in anderen Gebieten, versucht man dem entgegenzuwirken.
Auch Kiwis dürfen hier geschützt aufwachsen. Eine von 3 Kiwiarten wird hier gepflegt. Auch aus anderen Landesteilen kommen Jungvögel hierher und werden - wenn sie ausgewachsen sind - wieder zurück geschickt. Es handelt sich hier jedoch nicht um eine Aufzuchtstation sondern nur um einen besonders geschützten Bereich. Leider können wir keine Kwis sehen, da sie nachtaktiv sind.

Auch die Flora wird hier gesammelt und geschützt. Von den mehr als 200 Farnarten Neuseelands wachsen hier aktuell gut 50. Dabei ist natürlich auch der Silberfarn, der untrennbar zu Neuseeland gehört - sämtliche (Rugby!) Nationalmannschaften tragen ihn immer auf ihrem Trikot. Er eignet sich sehr gut zum Fährtenlegen. Die silbrige Unterseite der Blätter leuchtet sogar im Mondlicht - Hänsel und Gretel hätten immer wieder nach Hause gefunden, wenn sie Silberfarnblätter gehabt hätten. Die Idee zum Projekt Orokonui stammt schon aus den 80er Jahren. Die Eröffnung war in 2007. Neben dem jungen, nachgepflanzten Wald gibt es auch einen ursprünglichen Wald mit ein paar sehr alten großen endemischen Bäumen, die fast alle von den ersten Einwanderern abgeholzt wurden. Das Holz ist fest und widerstandsfähig und eignete sich gut für den Haus- und Schiffsbau. Aber niemand wusste, dass diese Bäume extrem langsam wachsen, also eine nachhaltige Nutzung unmöglich ist. Wir lernen auch andere bemerkenswerte Pflanzen kennen: Wir probieren die Blätter des Pfefferbaums, die tatsächlich wie scharfer Pfeffer schmecken. Wir riechen an den Blättern eines Busches, der zur Abwehr von Fressfeinden einen fürchterlichen Geruch ausströmen,

aber auch an wohlriechenden Blättern, die einen ähnlichen Geruch wie Spülmaschinenspülmittel mit Zitrusduft haben. Ein weiterer endemischer Baum verändert im Laufe seines Wachstums komplett das Aussehen und die Struktur seiner Blätter. Der neuseeländische Flachs hat mit dem uns bekannten Flachs kaum etwas zu tun. Er ist sehr stabil, ein erwachsener Mann kann sich daran hängen, ohne dass er reißt. Die Maori nutzen ihn, z.B. um die Wände ihrer Versammlungshäuser zu flechten, sie fertigen Seile und Bodenbeläge daraus und aus einer flexibleren und weicheren Sorte wird auch Kleidung gefertigt. Orokonui ist ein wunderbares Projekt und es ist zu hoffen, dass es mindestens die 1000 Jahre überdauert.









































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