Uluru und Kata Tjuka
- Gaby Laubach
- 29. März 2025
- 4 Min. Lesezeit
DAS Ziel meiner Reise war der Ayers Rock, den wollte ich immer schon besuchen. Von Sydney aus starten wir am Morgen Richtung Zentralaustralien zum kleinen Flughafen Ayers Rock. Das ganze Gebiet um Uluru (Ayers Rock) und Kata Tjuka (Olgas) wurde den Anangu-Aborigines zurückgegeben und bildet heute einen großen Nationalpark. Die Felsen liegen fast im Zentrum des Kontinents und haben eine große spirituelle Bedeutung für die Aborigines. Auch heute finden dort noch Initiationsriten und andere Zeremonien (meist geschlechtsspezifisch) statt. Bestimmte Bereiche sind (zeitweise) für Besucher nicht zugänglich oder dürfen nicht fotografiert werden. Seit einigen Jahren ist es auch nicht mehr gestattet, den Uluru zu besteigen - die Traditionen der Ureinwohner müssen respektiert werden. Sie sind aber auch in die touristische Erschließung des Nationalparks in Kooperation mit der Nationalpark- und Wildtierbehörde Australiens involviert. Ein Komplex mit verschiedenen Unterkünften (Camping, Appartements, Hotel) sowie Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten ist ungefähr 17 km vom Uluru entstanden. Junge Aborigines werden hier im Hotel- und Gaststättengewerbe ausgebildet, Ausflüge in den Nationalpark werden organisiert.
Der Flug von Sydney dauert fast 3 Stunden. Erst ist es bewölkt, aber dann habe ich einen großartigen Blick auf das Innere Australiens. Ein großes flaches Becken mit nur wenigen erkennbaren Ansiedlungen. Straßen und/oder Bahnstrecken bilden kerzengerade Linien. Kurz vor unserer Ankunft entdecke ich große Salzseen und dann erhasche ich den ersten Blick auf Kata Tjuka.
Nach unserer Ankunft erwartet uns ein Mittagessen in einem Restaurant des Ressorts. Anschließend haben wir etwas Freizeit bis wir unsere Zimmer im Hotel beziehen können und am Nachmittag unseren ersten Ausflug zum Kata Tjuka starten. Ich nutze die Zeit mir ein Fliegennetz für den Kopf zu kaufen - das wurde uns Gott-sei-Dank empfohlen, denn im gesamten Outback gibt es unzählige kleine Fliegen, die in jede Körperöffnung krabbeln. Das gesamte Ressort befindet sich an einer Ringstraße, die sich um einige Dünen erstreckt. Ich verzichte darauf, den Shuttlebus zu nutzen, und gehe über die Dünen. Als erstes begrüßt mich ein Gecko und von der mittleren Düne aus habe ich einen ersten Blick auf den Uluru. Das gesamte Gebiet ist mit rotem Sand bedeckt und von Spinifexgras sowie einzeln stehenden Wüsteneichen (nicht mit unseren Eichen verwandt oder vergleichbar) bewachsen.
Dann fahren wir zum Kata Tjuka, der sich genau wie der Uluru steil aus der Ebene erhebt, und unternehmen unseren ersten Spaziergang in eine Schlucht zwischen den "Olgas". Es geht über Steine und Geröll nach oben und genauso wieder nach unten. Die Felsen unterliegen einer starken Erosion. Immer wieder öffnen sich Spalten oder stürzen Brocken herab.

Wir fahren weiter zu einem Parkplatz, von dem aus wir den Sonnenuntergang am Kata Tjuka beobachten können. Unsere Busfahrer haben für uns Sekt und Fingerfood an Bord und wir genießen das Farbenspiel der Felsen im Licht der untergehenden Sonne.
Ich suche mir einen Platz und fotografiere in kurzen Abständen den Berg aus der gleichen Perspektive. Es ist wunderschön zu sehen, wie sich Farbe verändert.
... und dann ist die Sonne weg.


Wir fahren zurück in unser Hotel und bekommen dort unser Abendessen. Anschließend genieße ich noch einen Blick auf den südlichen Nachthimmel und dann geht es ins Bett, denn am nächsten Morgen müssen wir früh aufstehen: Sonnenaufgang am Uluru!

Schon vor sechs Uhr am Morgen verlassen wir das Hotel und fahren zu einer Plattform, von der wir den Sonnenaufgang beobachten können. Viele andere Menschen steigen wie wir auf die Düne und warten darauf, dass die Sonne den Felsen zum leuchten bringt. Ich mache es wieder wie am Vorabend und knipse aus einer Position immer wieder neue Aufnahmen. Leider ist der Himmel heute nicht ganz klar, aber es ist wieder wunderschön.
Gleich anschließend fahren wir direkt zum Berg und unternehmen 2 Spaziergänge. Der erste führt uns am Felsen entlang und vorbei an Höhlen, in denen zum Teil noch Zeremonien stattfinden. Wir sehen Felszeichnungen und erfahren von unserer Reiseleiterin viel über die Aborigines und ihren Geschichten. Wir passieren auch eine Stelle, an der Frauen Rituale durchführen - hier dürfen wir nicht fotografieren.
Der zweite Weg führt uns zum einzigen Wasserloch am Fuß des Uluru, das ständig Wasser führt. Bei Regen bilden sich an den Hängen viele Wasserfälle und unten viele Wasserlöcher, die dann aber wieder trocken fallen. Natürlich ist auch diese Stelle heilig und viele Mythen ranken sich darum. Aber vor allen Dingen ist sie wunderschön.
Mittlerweile ist es fast 10 Uhr geworden und wir fahren zurück zum Hotel, um unser Frühstück einzunehmen. Wir genießen die Annehmlichkeiten des Hotels und der Umgebung bis wir am späten Nachmittag zum Uluru zurückkehren - diesmal auf die andere Seite - um wieder einen Sonnenuntergang zu erleben. Wir werden dort mit Sekt und Canapés empfangen (geräuchertes Kängurufleisch mit Melone...). Leider hat die Bewölkung weiter zugenommen - aber wir hatten ja am Vorabend am Kata Tjuka Glück.

Nach Sonnenuntergang werden wir zu einer anderen Düne gebeten. Dort stehen festlich gedeckte Tische und ein Didgeridoo-Spieler erwartet uns. Wir genießen ein leckeres Abendessen unter freiem Himmel (kalte Suppe; Salat, Gemüse, Kartoffeln, gegrilltes Lamm- und Kängurufleisch und zum Nachtisch verschiedene Kuchen; dazu Wasser und Wein). Zwischendurch reißt die Wolkendecke auf und wir können ein paar Sterne sehen - auch die Milchstraße kann man erahnen. Nach dem Essen werden alle Lichter gelöscht und ein Astronom erzählt uns etwas über den leider wieder fast vollständig bedeckten südlichen Sternenhimmel und - als er fast fertig ist mit seinem Vortrag - öffnet sich die Wolkendecke und wir sehen das Kreuz des Südens!
Am Fuß dieser Düne wurde 2016 vom englisch-australischen Künstler Bruce Munro eine Lichtinstallation geschaffen, das "Field of Light". Innerhalb von 5 Wochen wurden 50.000 farbwechselnde Lichter installiert, die die Wüste in ein magisches Farbspiel tauchen. Die Installation sollte für 6 Monate dort bleiben, dieser Zeitraum wurde wieder und wieder verlängert. Der Uluru-Kata Tjuka-Nationalpark ist um eine Attraktion reicher. Verschiedene Wege führen durch die Lichter, wir wandern durch das Feld bis zum Parkplatz unserer Busse.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fliegen wir nach Melbourne, wo wir einen Tag später wieder an Bord der Artania gehen.



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